Stoffe

Das kleine Einmaleins der Stoffe

Baumwolle, Polyester und Seide: Alles über Herkunft und Pflege Ihrer Stoffe

Blog-Beitrag von in-online.ch / Autorin: Steffi Hidber

Vor über 60 Jahren war es noch üblich, die Wäsche auf dem Waschbrett von Hand zu schrubben und mit eigener Kraft in der Waschtrommel zu schleudern. Heutzutage ist das Waschen zwar deutlich vereinfacht, allerdings kann es durch die vielen Stoffarten schwieriger sein, den Überblick über die Pflege zu behalten. Wir haben für Sie einige interessante Informationen sowie nützliche Tipps zusammengestellt.

 

Baumwolle

Eigenschaften: Hautfreundlich, sehr saugfähig, hitzebeständig und geringes Allergiepotenzial.

Herkunft: Die älteste Nutzpflanze der Welt wurde bereits vor 6000 Jahren in Indien angebaut und hat sich im 18. Jahrhundert von Amerika aus einen «Erfolgsweg» nach Europa und Asien gebahnt. Heute sind China, Indien und die USA die drei grössten Baumwoll-Produzenten der Welt. Der Anbau von Bio-Baumwolle und das Angebot von Fairtrade-Produkten steigt kontinuierlich.

Herstellung: Die Baumwollfasern entstehen in der Frucht der Baumwollpflanze und werden mehrmals pro Jahr geerntet. Diese langen Fasern werden zu dünnen Fäden gesponnen und dann zum Textil verwoben.

Pflege: Die meisten Baumwollstoffe können bei 40 °C oder 60 °C gewaschen werden, können aber sowohl beim Waschen als auch beim Trocknen etwas einlaufen. Daher empfiehlt es sich, Ihr Kleidungsstück jeweils nicht zu knapp bemessen zu kaufen.

Bügelempfehlung: Bei mittlerer bis hoher Hitze bügeln, dabei den Stoff leicht anfeuchten oder mit Dampf bügeln.

 

Polyester

Eigenschaften: Pflegeleicht, strapazierfähig und formbeständig. Trocknet schnell und transportiert Feuchtigkeit gut ab.

Herkunft: Dieses synthetische Gewebe wurde in den 1930erJahren von amerikanischen Wissenschaftlern erfunden, die eine künstliche Alternative zu Seide entwickeln wollten. In den 1940er-Jahren gelang es dann britischen Chemikern, den Stoff auch hitzebeständig zu machen.

Herstellung: Das synthetische Gewebe besteht aus sogenannten Polymeren – einer Kunststoffart, die auch mit PET-Flaschen zu einem festen Bestandteil unseres Alltags geworden ist.

Pflege: Die meisten Polyesterstoffe sind bei 30 °C im Schonwaschgang waschbar, man muss jedoch immer das Pflegeetikett beachten. Generell ist ein Weichpüler empfehlenswert, da sich Polyester schnell statisch aufladen kann. In den Trockner sollte Polyester nie, da die Kleidungsstücke eingehen oder ihre Form verlieren können.

Bügelempfehlung: Weil Polyester keine hohen Temperaturen verträgt, sollte man generell möglichst geringe Temperatur benützen und ein Bügeltuch unterlegen, um den Stoff zu schützen

 

Seide

Eigenschaften: Edel, angenehm leicht, saugfähig und temperaturausgleichend. Kann aber schnell reissen oder brüchig werden.

Herkunft: Die Seidenherstellung hat in China eine lange Geschichte, die bis ins 3. Jahrtausend vor Christus zurückgeht. Bis ins späte Mittelalter wurde entlang der Seidenstrasse, die Asien mit dem Mittelmeer verbindet, mit dem kostbaren Stoff gehandelt. Bis heute wird ein Grossteil der Seiden immer noch in China produziert, Japan und Indien sind weitere Erzeugerländer.

Herstellung: Zuchtseide wird aus den Kokons der Seidenspinnerraupe gewonnen, einer in China beheimateten Schmetterlingsart, die heute in grosser Anzahl gezüchtet wird. Für die Gewinnung der Seidenfasern werden die Kokons «abgespult», die einzelnen Filamente miteinander verzwirnt und der Rohseidenfaden schliesslich zu Stoff verwoben. Wildseide wird von wildlebenden Schmetterlingskokons gewonnen, die bei der Gewinnung nicht getötet werden müssen, und ist in der Regel als gewobener Stoff etwas dicker als Zuchtseide.

Pflege: Empfindliche Seidenstoffe unbedingt ausschliesslich mit Woll- oder Feinwaschmittel und in kaltem Wasser waschen – entweder im Schongang oder von Hand. Manche Seidenstoffe dürfen jedoch gar nicht gewaschen werden; hier unbedingt das Pflegeetikett beachten.

Bügelempfehlung: Seide grundsätzlich nur von links und in leicht feuchtem Zustand bügeln – auf keinen Fall zu heiss!

 

Weitere nützliche Tipps und Tricks

  1. Kleidungsstücke aus Naturfasern wie Wolle oder Seide verfügen über einen bestimmten Grad an «Selbstreinigung» und lassen sich oft auch einfach gut auslüften, statt waschen.
  2. Flecken vor dem Waschen vorbehandeln – entweder mit einem speziellen Fleckenentferner oder mit einem Extra- Klacks Waschmittel. Rotweinflecken möglichst sofort ausspülen, mit Gallseife oder Milch behandeln und so schnell wie möglich waschen.
  3. Zarte Textilien halten deutlich länger, wenn man sie vor dem Waschen in einen speziellen Wäschebeutel aus Nylon gibt. Gilt auch für BHs mit Bügel!
  4. Daunenkissen oder -Jacken lassen sich in der Regel in der Maschine waschen. Beim Trocknen eine möglichst tiefe Temperatur wählen und einige Tennisbälle mit in die Maschine geben, um die zarten Fasern wieder aufzuplustern.
  5. Unsicher, ob ein Wäschestück den Trockner verträgt? Dann lieber nass aufhängen und trocknen lassen: Schont im Allgemeinen auch die Fasern selbst.

 

Ideale Wasch-Temperatur

Ist 20 das neue 40? Dass die meisten Schweizer zu heiss waschen ist eine Gewohnheit von früher, als es die entsprechenden Enzyme im Waschmittel noch gar nicht gab. Neue, speziell gekennzeichnete Waschmittel erreichen generell ein gutes Reinigungsergebnis – und zwar mit Expressprogrammen. Weiterer Bonus? Wer die Temperatur um eine Waschstufe reduziert (z. B. von 60 °C auf 40 °C) kann mehr als die Hälfte der Energiekosten sparen.