Duft

Die betörende Macht von Parfum

Düfte: unsichtbare Verführer

Blog-Beitrag von in-online.ch / Autorin: Katrin Roth – sonrisa.ch

Zehn Sekunden, so lange braucht eine Frau, um herauszufinden, ob ein Mann zu ihr passt. Entscheidend dabei ist aber nicht etwa der optische Auftritt ihres Gegenübers, sondern sein individueller Körperduft. Dieser setzt sich aus einem Gemisch aus chemischen Stoffen aus seinen Körpersekreten zusammen und unterscheidet sich möglichst von ihrem eigenen. Weil das biologisch gesehen ein gutes Indiz für einen gesunden Nachwuchs ist. Umgekehrt zeigen die Herren der Schöpfung einen besonders guten Riecher für den speziell betörenden Duft jener Frauen, die den Eisprung haben und demnach theoretisch gesehen bereit wären für die Fortpflanzung. Mit anderen Worten: Bei der Suche nach dem idealen Partner spielt die Nase eine wichtige Rolle, denn ob wir jemanden im wahrsten Sinne des Wortes gut riechen können, ist eine Frage der Ausdünstung.

 

Mit Parfum ins Unterbewusstsein

Wer seinem duftenden Image auf die Sprünge helfen möchte, greift zu einem Parfum, das den eigenen Körpergeruch möglichst vorteilhaft unterstreicht. So behauptet etwa der britische Designer John Galliano, er habe «viel mehr Sex», seit er den Duft «Molecule 01» von Geza Schön trage, das aus einem einzigen Molekül besteht und den Körpergeruch seines Trägers um ein x-Faches intensiviert. Inwiefern das stimmt, weiss niemand, aber Fakt ist, dass die Verführung durch Düfte tatsächlich funktioniert. Duft-Erbin Camille Goutal des französischen Parfumhauses «Annick Goutal» bestätigt: «Es ist möglich, mit einem Duft das Unterbewusstsein eines Menschen zu erreichen. Vanille oder Zimt zum Beispiel werden von vielen als sinnliche Duftnoten empfunden, weil wir sie mit Geborgenheit verbinden.» Ebenfalls als sehr verführerisch gelten Parfums mit moschusähnlichen Rohstoffen, die angeblich dem natürlichen Sexual-Lockstoff ähneln. 

 

Dufte Erinnerungen

Inwiefern wir einen Duft als angenehm empfinden, hängt aber auch mit unseren Erinnerungen zusammen. Das liegt daran, dass die Nase mit jenem Teil des Hirns verbunden ist, der auch Gefühle steuert. Jeder einzelne Duft von den bis zu 10‘000 Gerüchen, die wir unterscheiden können, wird mit einer Emotion abgespeichert und bewirkt darum bei jedem von uns ganz unterschiedliche Assoziationen. Ein Parfum, das bei allen gut ankommt und entsprechend für ein erfolgreiches Liebesleben sorgt, gibt es darum – vorerst – noch nicht.

 

So parfümierst Du dich richtig

  1. Weniger ist mehr: «Einen stark konzentrierten Duft sprühe ich in die Luft und laufe dann darunter durch, das ergibt genau die richtige Dosis», sagt Duft-Erbin Camille Goutal über die optimale Verteilung eines Eau de Parfum. Bei normalen Parfums reichen zwei bis drei Pumpstösse.
  2. Gut platziert: Frisch gewaschene Haare sind ein guter Dufträger. Daneben entfaltet sich ein Duft am besten an stark durchbluteten Stellen wie Handgelenk, Hals, Knöchel, Ausschnitt, Knie, hinter den Ohren oder Armbeuge.
  3. Reiben verboten: Wer die parfumierten Handgelenke aneinander reibt, zerstört die Duftmoleküle und damit die Intensität eines Parfums.
  4. Fett ist nett: Um den Duft länger haltbar zu machen, empfiehlt sich eine unparfumierte und reichhaltige Bodylotion als Basis.

 

Tipps zum Kauf von Parfum

Weil wir nur eine begrenzte Anzahl von Düften auf einmal wahrnehmen können, sollte man sich auf eine Auswahl von fünf Parfums begrenzen. Der ideale Zeitpunkt dafür ist der Vormittag, wenn unser Geruchssinn am besten funktioniert. Lassen Sie sich Zeit, um herauszufinden, wie sich ein Duft auf der eigenen Haut entwickelt.